GESAMTSTADT
Land NRW (2019), Datenlizenz Deutschland - Namensnennung - Version 2.0 (www.govdata.de/dl-de/by-2-0)


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Der Troisdorfer Einzelhandel

Der Einzelhandel in Troisdorf verteilt sich schwerpunktmäßig auf fünf Zentren innerhalb des Stadtgebietes; außerhalb der Zentren sind insbesondere die Fachmärkte Im Zehntfeld zu beachten. Das Hauptzentrum mit dem größten Einzelhandelsbesatz bildet die Troisdorfer Innenstadt. Nach dem bisherigen Einzelhandelskonzept soll die Innenstadt durch die beiden Nebenzentren Spich und Sieglar sowie die zwei Nahversorgungszentren Oberlar und Friedrich-Wilhelms-Hütte in seiner Funktion ergänzt werden. Während das Hauptzentrum eine umfassende Versorgungsfunktion für alle Bürger aus Troisdorf übernehmen soll, umfassen die Neben- und Nahversorgungszentren im Wesentlichen Angebote des täglichen Bedarfs (Nahrungs- und Genussmittel, Drogerieartikel, Schnittblumen, Zeitschriften); die Nebenzentren sollen darüberhinaus auch ein ergänzendes Angebot an weiteren Waren anbieten (z. B. kleineres Textilgeschäft, Optiker etc.).

Einzelhandelserhebung 2019

Im Rahmen der Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes fand im Frühjahr 2019 eine Vollerhebung aller Einzelhandelsbetriebe im Stadtgebiet statt. Insgesamt wurden 340 Betriebe mit einer Gesamtverkaufsfläche von rd. 92.000 m² erhoben. Diese Betriebe erwirtschaften nach einer cima-Umsatzschätzung einen jährlichen Einzelhandelsumsatz von rd. 312 Mio. € (brutto). Ein Vergleich mit der Kaufkraft aller Troisdorfer Bürger zeigt bereits, dass per Saldo mehr Kaufkraft an auswärtige Ziele fließt als im Stadtgebiet gebunden wird.

Die nebenstehende Tabelle differenziert diese Strukturdaten nach unterschiedlichen Warengruppen. Mit einem Verkaufsflächenanteil von knapp 30 % und einem Umsatzanteil in Höhe von rd. 43 % stellt die Warengruppe der Nahrungs- und Genussmittel den Schwerpunkt im Stadtgebiet dar.

Zentralität -
Wie schneidet der Troisdorfer Einzelhandel im regionalen Wettbewerb ab?

Mittels der Einzelhandelszentralität wird für eine Kommune das Verhältnis zwischen dem vor Ort getätigten Einzelhandelsumsatz und der vor Ort vorhandenen Nachfrage beschrieben. Die Zentralität signalisiert damit, wieviel der vorhandenen Kaufkraft per Saldo vor Ort ausgegeben wird und wieviel in andere Städte und Gemeinden fließt - Werte über 100 signalisieren dabei per Saldo einen Kaufkraftzufluss, Werte unter 100 einen Kaufkraftabfluss.

In Troisdorf steht dem jährlichen Einzelhandesumsatz von insg. 312,2 Mio. € eine jährliche Kaufkraft der Bevölkerung von insg. rd. 421,9 Mio. € gegenüber - dies entspricht einer Zentralität von 74 über alle Waren-gruppen hinweg. In der nahversorgungsrelevanten Warengruppen Nahrungs- und Genussmittel wird eine Zentralität von 80 erreicht. Beide Kennwerte sind typische Werte für Mittelzentren mit der Einwohnerzahl wie Troisdorf in der Nähe von Oberzentren.

Zentralitäten
Gesamtstadt Entwicklung

Einzelhandelsentwicklung in den vergangenen Jahren

Der Handel unterliegt einem ständigen Wandel - dies zeigt sich auch mit Blick auf die Zahlen der vergangenen 13 Jahre. Die Anzahl der Einzelhandelsbetriebe ist von 452 Betrieben im Jahr 2006 auf 340 Betriebe im Jahr 2019 gesunken und verzeichnet damit einen Rückgang um rd.           25 %. Gleichzeitig ist die Verkaufsfläche im gleichen Zeitraum um 11 % auf heute knapp 92.000 m² gestiegen.

Für Troisdorf bestätigt das den weiter anhaltenden, bundesweit zu beobachtenden Trend hin zu weniger, aber größeren Einzelhandelsbetrieben.

Wie hat sich die Betriebsanzahl in anderen Städten in den vergangenen Jahren entwickelt?

Ein deutlicher Rückgang der Einzelhandelsbetriebe über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren ist heutzutage nicht unüblich. Auch andere Städte vergleichbarer Größenordnung verzeichnen ähnliche Rückgänge:

  • Stolberg (rd. 56.000 Ew.):        - 27 % (2010 - 2017)
  • Stadt Viersen (rd. 78.100 Ew.):   - 26 % (2009 - 2019)
  • Stadt Willich (rd. 51.200 Ew.):    - 23 % (2008 - 2017)
  • Stadt Marl (rd. 86.000 Ew.):      - 22 % (2007 - 2014)
Wie hat sich die Verkaufsfläche in anderen Städten in den vergangenen Jahren entwickelt?

Im Vergleich zu anderen Städten ähnlicher Größenordnung fällt der Verkaufsflächenzuwachs von 11 % in Troisdorf sehr positiv auf:

  • Stolberg (rd. 56.000 Ew.):          - 12 %  (2010 - 2017)
  • Stadt Viersen (rd. 78.100 Ew.):   - 9 %   (2009 - 2019)
  • Stadt Willich (rd. 51.200 Ew.):     - 6 %   (2008 - 2017)
  • Stadt Marl (rd. 86.000 Ew.):        + 4 %   (2007 - 2014)